Heute früh meldete sich mein Auto mit der Nachricht: Neues Software-Update verfügbar – und zwar auf die Version 2026.8.6, um genau zu sein. Derartige Aktualisierungen sind keine Seltenheit, sondern erfolgen bei Tesla durchaus häufig.
Diese neueste Version ist jedoch bemerkenswert: Sie enthält offiziell keinerlei neue Leistungsmerkmale oder auch nur Fehlerbehebungen. Vielmehr markiert sie das Ende einer Ära – Tesla gibt auf. Nicht komplett, doch immerhin die jahrzehntelange Behauptung des „Full Self-Driving“ und des „Autopiloten“.
Hier der Originaltext:
Bei dieser Änderung werden nur die Namen bestimmter Funktionen und Texte in Ihrem Fahrzeug aktualisiert, das Verhalten der Funktionen selbst ändert sich nicht.
- Mit Autopilot navigieren“ wurde in „Mit Lenkassistent navigieren“ umbenannt.
- „FSD-Computer“ wurde in „KI-Computer“ umbenannt.
Es ist möglicherweise der regulatorische Druck und das offensichtliche Fehlen des endgültig durchschlagenden Erfolgs des Konzepts „Full Self-Driving“ (bzw. auf Deutsch: „Volles Potenzial für autonomes Fahren (überwacht)“), das nun zu diesen Änderungen geführt haben.

Der Abstieg von „Autopilot“ zum „Lenkassistenten“ ist jedenfalls sehr markant.
Dass der FSD-Computer nun auch im Fahrzeug „KI-Computer“ heißt, ist nur folgerichtig und entspricht dem Zeitgeist: Tatsächlich repräsentieren die 9,3 Millionen bisher von Tesla ausgelieferten Fahrzeuge ein riesiges verteiltes KI-Rechenzentrum, für das der Kunde die Hardware, den Platz und die Energie bezahlt.
Allerdings: Die Leistungen des Autopiloten – falsch, Lenkassistenten – bei Tesla sind fast immer beeindruckend gut. Doch wie alle ähnlichen Systeme scheitert es spektakulär, wenn es falsch liegt. Den „sanften Ausfall“ oder einen „kontrollierten Betrieb mit verminderter Leistung“ gibt es nicht.
Am Ende erfolgt mit dem Update eine sprachliche Abrüstung. Tesla benennt um, ohne die Substanz zu verändern – und genau das macht die Sache so aufschlussreich. Wenn aus „Autopilot“ ein „Lenkassistent“ wird, rückt die Wirklichkeit wieder näher an das Versprechen.
Für die Nutzer ist das wohl kein Rückschritt, sondern überfällige Ehrlichkeit: Solange solche Systeme nicht verlässlich mit alltäglichen Grenzfällen umgehen können, sollten sie auch nicht so klingen, als könnten sie es.
Für die KI- und Robotaxi-Storyline von Tesla ist es allerdings nicht förderlich. Die Zukunft bleibt somit offen und spannend.