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Meinung

Ladefuchs im Mai

Es bleibt dabei: Ladetarife und die Verfügbarkeit von Ladesäulen bei den Ladestromanbietern ändert sich ständig. Auch der Mai bringt viele Änderungen mit sich und die kleine, aber praktische App „Ladefuchs“ von den Machern des CLEANELECTRIC-Podcast gibt dazu eine kompakte Übersicht. Was also sagt der Ladefuchs im Mai?

Der Ladefuchs bringt neue Ladetarife
Quelle: Pixabay

Die erste Neuigkeit betrifft Ionity: Die Stadtwerke München bieten einen nahezu unschlagbar günstiger Ladetarif an, nämlich 38 Cent für Laden mit AC und DC, inklusive Roaming. Und er gilt an Ionity-Säulen! Wiederholen die Münchener das Debakel von Maingau mit Anlauf oder sind das mittlerweile kostendeckende Preise? Ist das eine gelungene Mischkalkulation mit einem etwas höheren Preis für AC und einem günstigen Preis für DC?

Der bisherige Bestpreis von 49 Cent über EWE GO ist damit klar unterboten und selbst We Charge ist nur noch mit dem Tarif We Charge Plus bei 10 Euro monatlicher Grundgebühr billiger (30 Cent pro kWh). Das rechnet sich immerhin ab 125 kWh monatlichem Ladevolumen relativ rasch, wohingegen We Charge Go bei 7,49 Euro monatlicher Grundgebühr und Stromkosten von 55 Cent pro Kilowattstunde ein komplettes Verlustgeschäft geworden ist.

Auch bei Säulen von Allego, Comfortcharge, ENBW und Ladenetz liegen die Stadtwerke München bei DC gegenüber dem ADAC-Tarif um einen hauchdünnen Cent pro kWh voran. Bei Ladepunkten von E.ON, be.energized, Fastned und Ladeverbund+ wird die Karte der Stadtwerke München allerdings nicht akzeptiert.

Anders ist das Bild beim AC-Laden, denn da hat der ADAC-Tarif generell die Nase vorne. Er ist aber an die kostenpflichtige Mitgliedschaft gebunden.

Was fällt noch auf? Zum Beispiel, dass die Fastned-Ladekarte (59 Cent/kWh) beinahe die teuerste Möglichkeit ist, bei Fastned zu laden. Shell Recharge (58 Cent), Chargepoint (50 Cent), ENBW+ (49 Cent), Maingau (48 Cent) und ADAC E-Charge (39 Cent): alle günstiger. Oder anders herum: Der Fastned-Tarif ist bei Fastned-Ladepunkten um über 51 % teurer als der ADAC-Tarif. Das ergibt bei einer 80 %-Ladung für einem 77 kWh-Akku inklusive ein paar Ladeverlusten immerhin 12 Euro pro Ladevorgang!

Es gilt also nach wie vor die alte Regel des E-Mobilisten: Die Ladetarife muss man jeden Monat neu prüfen.

Ich habe mir jedenfalls gleich die SWM-Karte um fünf Euro bestellt. Wer weiß, wie lange das Angebot noch verfügbar ist? Vielleicht wird es von SWM gleich am ersten Arbeitstag des Monats Mai – also morgen, 3. Mai 2021 – wieder abgeräumt.

Es bleibt jedenfalls spannend, ob sich das Maingau-Szenario wiederholt oder SWM den Tarif so durchhält. Wir es werden gemeinsam erleben!

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Meinung Reportage

IONITY Find. Charge. Go!?

6 schnelle neue IONITY Ladepunkte am Allerpark Wolfsburg

Am 30. März hatte ich als Drehort für mein Aprilscherz-Video die frisch aufgebauten IONITY Ladesäulen am Allerpark Wolfsburg aufgesucht. Das dort von mir festgestellte Problem mit der We Charge Ladekarte, gab mir Material für diesen Beitrag. Zumal es sich über mehrere Tage hinzog und schließlich mit einer überraschende Wende endete.

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Aktion Reportage

Aus Versehen Ballerspiel auf ID.3 bekommen

Eigentlich wollte ich nur ein Update des Navigationssystems auf dem ID.3 durchführen. Dazu benötigt man einen 32GB USB-Typ-C Stick und sehr viel Geduld, bis alle Daten dann auf dem Stick sind. Da ich das nicht auf meinem alten Notebook machen wollte, welches leider noch kein USB 3.0 kann, habe ich dann einen leistungsfähigen Gaming PC meiner Kinder genommen. Dabei ist mir dann ein Missgeschick passiert und ich den falschen Ordner vom PC auf den Stick kopiert.

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Meinung

Mehr Saft für ID.3s, Zoes, Teslas und alle anderen

In 2020 hat sich in der Ladeinfrastruktur vieles getan, einiges erfreulich und manches weniger angenehm: Der Maingau-Gau, die Einführung der ENBW-Zeitgebühr, Installation der Tesla V3-Lader, Eröffnung des Ladeparks Hilden, neue Ladeparks und Ladesäulen (aber immer noch zu wenige), eine schwachbrüstige EEG-Gesetzesnovelle, eine neue Förderung privater Ladesäulen, aber auch generelle Kostenerhöhungen beim Fahrstrom. Mir ist jedenfalls kein überregionaler Anbieter bekannt, der 2020 weniger für den Ladesäulenstrom verrechnet als 2019.

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Meinung

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 3

Mit der Anzahl der Ladesäulen in Deutschland hatte ich mich bereits im Juni 2020 beschäftigt und auch auf Goingelectricandiskutiert und zwischendurch aktualisiert.

Damals war ich optimistisch. Jetzt zu Jahresende können wir sehen, was erreicht werden konnte.

In den Daten vom 3.12.2020 (Datenauszug 37) der Bundesnetzagenturwerden 33.249 Ladepunkte angegeben, das sind 1.137 (3,4 %) mehr als im Monat davor. Von Oktober auf November war der gemeldete Zuwachs nur schwache 454 Ladepunkte, es geht also wieder etwas schneller voran.

Vergleichen wir diese Zahlen nun wieder mit dem Masterplan der Bundesregierung, der 50.000 öffentliche Ladepunkte bis Ende 2021 vorsieht.

Das Ergebnis: Der Trend ist eindeutig positiv, liegt aber 10 % unter Plan. Während der Corona-Zeiten ist der Ausbau nicht signifikant zurückgegangen, das ist eindeutig positiv. Etwas mehr Anstrengung ist allerdings noch erforderlich. Ebenfalls zu bedenken: Im Jahr 2022 sollen laut Masterplan noch zusätzliche 100.000 Ladepunkte entstehen – das ist kein Schreibfehler, es sollen tatsächlich innerhalb eines Jahres einhunderttausend mehr werden! Und weitere 100.000 in jedem Folgejahr bis 2030. Das erscheint nach einem geplanten Zuwachs von etwa 15.000 Ladepunkten im Jahr 2021 als völlig unrealistisch, denn eine Steigerung um beinahe das Siebenfache ist undenkbar.

Ist das der Grund für die recht hastig auf den Markt geworfene Förderung für private Ladepunkte?

Mit den derzeitigen Wachstumsraten bei den Zulassungszahlen von E-Autos wird die Ladeinfrastruktur zunehmend und spürbar zum Flaschenhals, der durch die Schnellladefähigkeit der neuen Modellgenerationen nur wenig entschärft wird.

Wie ist die Entwicklung in Wolfsburg? Von den dort gemeldeten 437 Ladepunkten werden 340 Stück von der VW Kraftwerk GmbH betrieben und sind in den Parkhäusern der Volkswagen AG installiert. Damit stehen sie für die allgemeine Öffentlichkeit nicht ernsthaft zur Verfügung. Aber für den Rest der Welt hat sich die Anzahl der Ladepunkte immerhin von 36 auf 97 fast verdreifacht, insbesondere dank der 55 neuen Ladepunkte in der renovierten Rathausgarage.

Nahezu unverändert schwach ist das Angebot von einfachen AC-Ladern, die von Hybriden oder auch mal über Nacht genutzt werden könnten. Diese Fahrzeuge findet man zunehmend als Langzeitparker im Umfeld der flexiblen Ladesäulen. Freundlicherweise stehen die meisten dann so, dass sie die CCS-Anschlüsse nicht blockieren, aber es gibt leider auch Ausnahmen.

Ein weiteres Problem: Mit dem Ende von Alpiq am 31.12.2020 wird es mit eCharge nur noch einen einzigen Tarif geben, um in der Bahnhofsgarage am Hauptbahnhof ohne Zeitkosten laden zu können. Ich hoffe, er bleibt uns erhalten, sonst wäre elektrisches Park & Ride mit der DB vollkommen gestorben.

Die Ladeszene ist also weiterhin in erheblicher Bewegung und jedes Angebot kann monatlich verschwinden oder anders ausgestaltet sein. Das fördert zwar die geistige Beweglichkeit, ist aber der Verbreitung der E-Mobilität eher hinderlich – für echte Newcomer kann das schon ärgerlich sein.

Mein Lade-Weihnachtswunsch: Mehr Stabilität auf Anbieterseite und Aufholen des Rückstands bei den Ladesäulen!

— Martin (martinguss.de)